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Nur ein Kaffee? · German B1
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B1 · de-DE 17 pages

Nur ein Kaffee?

Kayla ist nach Berlin gekommen, um besser Deutsch zu sprechen. Aus ihrem täglichen Kaffee wird plötzlich ein Date.

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Ich heiße Kayla und bin vor drei Monaten aus Minnesota nach Berlin gezogen. Ich arbeite in meiner kleinen Wohnung in Kreuzberg und übe Deutsch, wann immer ich kann. An den meisten Nachmittagen gehe ich in ein Café namens Morgenrot. Der Kaffee ist ausgezeichnet, aber das ist nicht der einzige Grund, warum ich immer wiederkomme. Hinter dem Tresen arbeitet ein Mann namens Lukas.
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Als ich am nächsten Tag das Morgenrot betrete, lächelt Lukas schon. Er kennt meine Bestellung: einen großen Kaffee mit Milch. Ich tue so, als würde ich heute etwas anderes wählen, bestelle dann aber genau das Gleiche. Er fragt, wie lange ich schon in Berlin lebe. Als ich mich über die Bürokratie beschwere, sagt er, dass ich langsam eine echte Berlinerin werde.
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Im Café ist wenig los, deshalb setzt sich Lukas für ein paar Minuten zu mir. Er besteht darauf, dass wir Deutsch sprechen, weil ich die Sprache lernen möchte. Ich antworte langsam und denke über jedes Wort nach. Als er fragt, warum ich nach Berlin gekommen bin, sage ich aus Versehen, dass ich deutsche Männer mag statt deutsche Menschen. An seiner hochgezogenen Augenbraue erkenne ich, dass er es bemerkt hat.
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Am Samstag ist das Café voll, doch Lukas findet trotzdem Zeit für ein Gespräch. Er fragt nach meinen Plänen und dann völlig unerwartet nach meinem Alter. Ich sage ihm, dass man Frauen so etwas nicht fragt. Er behauptet, Deutsche würden das ständig tun, was ich ihm nicht glaube. Als wir feststellen, dass ich neunundzwanzig und er einunddreißig ist, sagt er nur: „Gut.“ Warum, will er nicht erklären.
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Am Montag arbeitet Lukas nicht, und das Café wirkt plötzlich seltsam langweilig. Zehn Minuten später kommt er durch die Tür, sieht mich und setzt sich an meinen Tisch. Nachdem wir über das Wochenende gesprochen haben, nimmt er sein Handy heraus und fragt nach meiner WhatsApp-Nummer. Sie sei für Kaffee-Notfälle, erklärt er. Eine Minute später erscheint seine erste Nachricht: Hallo, Minnesota.
Act I complete The full story is unlocked.
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Am Abend koche ich gerade Pasta, als Lukas mir wieder schreibt. Unser Gespräch wandert vom Abendessen zu seinem Bier mit Freunden und dann zum nächsten Abend. Er fragt, ob ich mit ihm etwas trinken gehen möchte. Ich beobachte, wie die drei Punkte erscheinen, verschwinden und wiederkommen, bevor die Einladung endlich da ist. Plötzlich fühlt sich meine stille Küche viel wärmer an.
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Am nächsten Morgen rufe ich Emma an und frage, was es bedeutet, wenn ein Mann mich auf einen Drink einlädt. Sie lacht, weil die Antwort für sie offensichtlich ist. Ich erkläre, dass es Lukas aus dem Café ist. Emma nennt ihn den attraktiven Café-Mann und erklärt die Einladung sofort zum Date. Dann gibt sie zu, dass sie doch nicht ganz sicher sein kann. Besonders hilfreich ist das nicht.
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Bevor ich Lukas treffe, stehe ich viel zu lange vor meinem Kleiderschrank. Ein Kleid wirkt übertrieben, aber eine Jeans zu gewöhnlich. Mehrmals ändere ich meine Meinung. Dann schreibt Lukas: „Bis gleich“, und mir wird klar, dass ich nur noch zehn Minuten habe. Ich entscheide mich für die Jeans, ziehe Ohrringe an und renne aus der Wohnung.
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Die Bar ist klein, dunkel und warm. Lukas wartet draußen und sieht ohne seine Café-Schürze ganz anders aus. Er sagt, dass ich schön aussehe. Diesen Satz verstehe ich sofort. Drinnen bestelle ich ein normales Bier, weil die Karte viel zu viele Möglichkeiten bietet. Wir sprechen über Berlin, Minnesota, Arbeit und Reisen. Wenn ich etwas nicht verstehe, wird Lukas einfach langsamer.
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Eine Stunde später kommt eine blonde Frau herein, entdeckt Lukas und umarmt ihn. Sie heißt Nina, spricht zu schnell für mich und berührt ganz selbstverständlich seinen Arm. Ich lehne mich mit meinem Bier zurück und versuche, nicht zu starren. Nachdem sie gegangen ist, frage ich, wer sie war. Lukas zögert einen Moment, bevor er antwortet: Nina ist seine Ex-Freundin.
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Drei Jahre, erzählt er mir. Sie waren drei Jahre zusammen, sind jetzt aber nur noch Freunde. Ich frage, ob sie wirklich nur Freunde sind, und Lukas betrachtet aufmerksam mein Gesicht. Dann will er wissen, ob ich eifersüchtig bin. Das deutsche Wort kenne ich nicht, also erklärt er es mir. Leider passt die Bedeutung ziemlich gut zu meiner Stimmung. Ich widerspreche viel zu schnell.
Act II complete The full story is unlocked.
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Es ist spät, als wir die Bar verlassen. Lukas begleitet mich zur U-Bahn, obwohl er in eine andere Richtung muss. Vor dem Eingang bedanken wir uns für den Abend und bleiben stehen, ohne uns zu bewegen. Er kommt einen Schritt näher. Ich glaube, dass er mich gleich küssen wird. Da klingelt mein Handy. Emmas Name leuchtet im schlechtesten möglichen Moment auf dem Bildschirm.
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Am nächsten Morgen schreibt Emma eine Nachricht in Großbuchstaben: HAT ER DICH GEKÜSST? Ich antworte mit Nein, und sie ruft sofort an. Als ich erkläre, dass ihr Anruf uns unterbrochen hat, entschuldigt sie sich zwischen zwei Lachanfällen. Dann fragt sie, ob ich wollte, dass Lukas mich küsst. Ich sage vielleicht. Emma erinnert mich daran, dass vielleicht meistens ja bedeutet.
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Zwei Tage lang meide ich das Café, weil ich viel Arbeit habe. Zumindest erzähle ich mir das. Lukas schreibt nicht, und meine Fantasie wird immer unvernünftiger. Am Dienstagabend kommt endlich eine Nachricht: Lebst du noch? Er sagt, mein Kaffee warte schon auf mich. Ich frage, ob nur der Kaffee mich vermisst. Seine Antwort besteht aus einem einzigen Wort: Nein.
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Am Mittwoch kehre ich ins Morgenrot zurück. Lukas freut sich ehrlich und sagt: „Da bist du ja.“ Während er meinen üblichen Kaffee macht, frage ich, wann seine Schicht endet und ob er danach mit mir essen möchte. Er will wissen, ob ich ihn gerade zu einem Date einlade. Ich leihe mir Emmas Regel und sage, dass vielleicht ja bedeutet. Lukas lacht und nimmt die Einladung an.
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Nach seiner Schicht essen wir Pizza und laufen durch Kreuzberg. Dabei sprechen wir fast nur Deutsch. Vor meinem Haus möchte keiner von uns, dass der Abend endet. Ich biete Lukas einen Tee an. Er fragt, ob ich wirklich nur Tee meine. Diesmal verstehe ich die Frage ohne jedes Problem. Ich öffne die Tür, nehme seine Hand und bitte ihn, mit nach oben zu kommen.
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Als ich am nächsten Morgen aufwache, liegt Lukas neben mir, und unsere Kleidung liegt auf dem Boden. In der Küche mache ich Kaffee. Er kommt verschlafen herein und nennt mich Minnesota. Wie immer gebe ich ihm eine Tasse mit Milch. Er sagt, dass ich gestern Abend aufgehört habe, jeden Satz zu übersetzen. Dann küsst er mich. Mein Handy bleibt im Schlafzimmer still.
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The end

One more thing…

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